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Wer ist betroffen?
Ein gutes
Unternehmen wird auch immer ein gutes
Rating erhalten! Diese einfache und
pauschale Aussage trifft voll und ganz zu.
Beim Rating wird das Unternehmen
ganzheitlich betrachtet, es findet eine
systematische Stärken- und Schwächen-Analyse
statt. Je besser das Unternehmen
aufgestellt ist, umso besser wird
letztlich auch die Ratingnote sein.
Die beste Vorbereitung auf ein Rating ist
damit eine professionelle, auf
ganzheitliche Optimierung ausgerichtete
Unternehmenssteuerung, da diese
automatisch zu einer Verbesserung der
Ratingeinschätzung führt. Eine
professionelle Rechnungslegung, ein
funktionierendes Controlling und eine
nachvollziehbare mittelfristige Planung
werden künftig unerlässlich sein.Im
Ratingprozess werden alle
erfolgsrelevanten Merkmale eines
Unternehmens mithilfe von statistischen
Verfahren untersucht. Mit dem Rating soll
so eine Bonitätsaussage über ein
Unternehmen getroffen werden. Handelt es
sich um ein gesundes und wirtschaftlich
stabiles Unternehmen? Oder besteht die
Gefahr, dass dieses Unternehmen
zahlungsunfähig wird und einen
Insolvenzantrag stellt? Das Ergebnis eines
Ratingprozesses ist die Vergabe einer Note
- der so genannten Ratingklasse - für
jedes Unternehmen.
Sparkassen und Banken nutzen solche für
interne Zwecke entwickelten
Ratingverfahren seit vielen Jahren. Rating
ist also nichts Neues. Es ist nur durch
die aktuelle Diskussion um den Baseler
Ausschuss für internationale
Bankenaufsicht stärker denn je in den
Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt.
Stufe 1:
Finanzrating:
Das Finanzrating basiert auf dem
Jahresabschluss - also Bilanz nebst
Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und
Lagebericht - des Kunden. Bei Kunden mit
freiberuflicher Tätigkeit wird alternativ
die Einnahmen-Überschuss- Rechnung nach
den Vorschriften des Steuerrechtes
herangezogen. Das Ratingverfahren
untersucht nun die aus dem Jahresabschluss
abgeleiteten betriebs- und
finanzwirtschaftlichen Kennzahlen. Bei
der Auswahl dieser Finanzkennzahlen wurde
darauf geachtet, dass das betrachtete
Unternehmen ganzheitlich dargestellt wird.
So finden für die unterschiedlichen
Kundentypen (zum Beispiel
Produktionsbetrieb, Handelsunternehmen,
Dienstleister) die jeweils für diese
Kundengruppe besonders aussagekräftigen
Kennzahlen Einzug in das Ratingverfahren.
Für jede dieser Kundengruppen werden fest
definierte Kennzahlen zu den drei
Bereichen
- Ertragslage
- Vermögenslage
- Finanzlage
im
Finanzrating berücksichtigt.
Stufe
2: Qualitatives Rating
In der zweiten Stufe des Ratings, dem
qualitativen Rating, fließen die Faktoren
jenseits der Bilanz in den
Bewertungsprozess ein. Auch im
qualitativen Rating wird das Unternehmen
in seiner Gesamtheit abgebildet. Mit
zunehmender Größe des Unternehmens nimmt
dabei der Umfang und die Qualität der
Fragen sukzessive zu. Typische qualitative
Erfolgsfaktoren für Firmenkunden sind:
- Ergebnisplanung
- Finanzplanung
- Kontoführung
im Rahmen der Vereinbarung
- Controlling
- Vertrieb
- Marketing
- Sicherstellung
der Nachfolgeregelung
- Marktstellung
- Produkt-/Dienstleistungsqualität
- Einkauf
- Lagerhaltung
- Produktion
Stufe
3: Warnsignale
In der dritten Stufe des Ratingverfahrens
kann es zu Abstufungen aufgrund von so
genannten Warnsignalen kommen. Warnsignale
treten naturgemäß zeitlich erst sehr
kurz vor einer Unternehmenskrise auf.
Typische Warnsignale sind die Zustellung
eines Pfändungs- und
Überweisungsbeschlusses, Scheckrückgaben
mangels Kontodeckung, nichtbezahlte
Darlehensraten und andere.
Stufe 4:
Haftungsverbünde
Das Ratingverfahren bewertet jedes
Unternehmen, also jede rechtliche Einheit,
für sich allein. In der letzten und
vierten Stufe des Ratings wird der Fall
gewürdigt, dass sich ein Unternehmen
innerhalb einer Konzernstruktur in einem
Haftungsverbund befindet. Bei einer
wirtschaftlich sehr starken
Muttergesellschaft kann sich das für den
Kunden der Sparkasse/Landesbank als Chance
darstellen, bei einer defizitär
arbeitenden Tochtergesellschaft hingegen
als Risiko. Im Ratingprozess werden diese
Chancen und Risiken innerhalb einer
Konzernstruktur entsprechend bewertet und
gewürdigt.
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Was lässt
sich erreichen?
Im Hinblick
auf die Bedeutung des Ratings für die
Kreditfinanzierung ist die Vorbereitung
auf das Ratingverfahren zweifellos eine
Herausforderung gerade für viele kleine
und mittlere Unternehmen.
- Rating
macht die Finanzierung transparenter
- Rating
ist ein Beratungsangebot
- Rating
ist ein Managementinstrument
- Rating
macht die Konditionen fairer
Rating ist
auch die Aufforderung zum Dialog über die
Stärken und Schwächen eines
Unternehmens. Das Ratingergebnis kann
letztlich den entscheidenden Anstoß
geben, den Schwachstellen entschlossen und
zielgerichtet zu begegnen. Das Rating erfüllt
damit die wertvolle Funktion eines Frühwarnsystems,
da in stabilen Zeiten der
Handlungsspielraum für den Unternehmer
allemal größer ist als in der Krise.
Rating verdeutlicht Ihre Kernkompetenzen
und öffnet strategische Handlungsfelder
im Unternehmen.
Zukünftig
ist ein gutes Rating die
Grundvoraussetzung für bessere
Konditionen. Von dieser Chance werden
diejenigen Kunden und Unternehmen
profitieren, die auf einer gesunden
wirtschaftlichen Basis in einem zukunftsträchtigen
Markt agieren! Das interne Rating sorgt so
für faire Konditionen in Abhängigkeit
vom individuellen Kreditrisiko und für
einen intakten Wettbewerb.
Trotz der
wirtschaftlichen Aussage, die ein Rating
über das Risiko eines jeden Kredites
gibt, bedeutet dieses jedoch nicht die
abschließende Entscheidung, ob ein Kredit
vergeben wird oder nicht. Hier spielen
noch einige andere Kriterien eine Rolle,
wie z.B. Sicherheiten, Kreditvolumen,
Laufzeit, Verwendungszweck und
Kapitaldienstfähigkeit. Das Rating
bereitet eine Kreditentscheidung vor, es
ersetzt sie jedoch nicht.
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